Was ist ein Mailing?
Unter dem Fachbegriff Mailing versteht man eine adressierte Werbesendung, das heißt einen Werbebrief oder Katalog, der an Sie persönlich gerichtet ist und dessen Inhalt für Sie möglichst interessant sein soll. Mailings und Kataloge sind ein wichtiger Bestandteil des Dialogmarketing.
Es gibt verschiedene Wege, wie Unternehmen an die Anschrift von Ihnen kommen, mehr darüber finden Sie im Kapitel Datenschutz /Adressen.
Häufig erhalten Sie Werbung von Unternehmen, ohne dass diese Ihre Adresse jemals erhalten haben. Bei diesem datenschutzfreundlichen Verfahren ermöglicht ein Unternehmen, das Ihre Adresse im Bestand hat, die Nutzung der Adresse für die Werbung anderer Unternehmen. Dabei wird die Adresse aber nicht übermittelt. Beispiele hierfür sind Empfehlungs- oder Beipackwerbung: Hier können Sie im Briefkopf ersehen, wer Ihre Adresse für die Werbung bereit gestellt hat. Wenn die Werbung auf dem Briefkopf des Werbetreibenden erfolgt, muss aus der Werbung eindeutig erkennbar sein, von wem die Adresse stammt.
So kann beispielsweise ein Weinhändler seine Kundenadressen für die Angebote eines Delikatessenversenders bereitstellen oder ein Verlag für Gartenbücher stellt seine Adressen einer Firma zur Verfügung, die ihren Kunden ein Angebot über Gartengeräte machen will. Die Zielgruppen haben hierbei eine große Übereinstimmung, sodass davon ausgegangen wird, dass sich ein großer Teil auch für diese Angebote interessiert. Die Aufgabe, das Adressenangebot und die Adressennachfrage zusammenzubringen, übernehmen meist unabhängige, erfahrene Listbroker.
Vielleicht haben auch Sie sich schon einmal geärgert, wenn Sie einen Werbebrief mit einem Angebot erhalten, das nun gar nicht Ihrem Bedarf entsprach. Zwangsläufig folgt daraus die Frage, wieso Sie überhaupt diese Werbeung erhalten haben.
Um den Empfängerkreis einer Werbeaktion zu bestimmen, wird zuerst eine so genannte Zielgruppe definiert, für die das beworbene Produkt von Interesse sein könnte.
Beispiel
Ein Verlag will neue Abonnenten für ein Wirtschaftsmagazin werben. Zuerst werden bestehende Abonnenten befragt. Die Antworten werden ausgewertet und der Verlag kann ermitteln, wer das Magazin liest.
80 Prozent der Leser sind Männer, der Altersschwerpunkt liegt bei 35 bis 55 Jahren; der Anteil an Führungskräften ist sehr hoch; die Leser oft auf Reisen; sie spielen häufig Golf und bevorzugen eine bestimmte Automarke.
Auf Basis dieser Beschreibung werden für die Werbung neue Adressdateien ausgesucht, die dieser Zielgruppe möglichst nahe kommen. Zum Beispiel Adressen von Führungskräften, Abonnenten von Reisemagazinen, Käufer von Golfausrüstungen und einer bestimmten Automarke. Informationen über einzelne Personen werden nicht weitergegeben. Die Merkmale, die dabei ausgesucht werden, treffen immer auf die gesamte Adressdatei zu, ob diese nun aus hundert oder zehntausend Personen besteht.
Diese Vorgehensweise hat zur Folge, dass auch Personen angesprochen werden, die nicht an einem Abo des Magazins interessiert sind. Natürlich hat nicht jeder, der gerne Golf spielt uind eine bestimmte Automarke fährt, Interesse an dem Wirtschaftsmagazin. Ziel ist es aber, einen möglichst hohen Anteil von Personen zu erreichen (60 bis 90 Prozent), die Interesse haben.
Werbebriefe bedürfen seit der Änderung des Bundesdatenschutzgesetzes im September 2009 Ihrer Einwilligung, oder es muss eine gesetzlich zugelassene Ausnahme von diesem Grundprinzip vorliegen - so insbesondere bei Angabe der Herkunft der Adresse im Werbebrief (vgl.: „Wie kommt das Unternehmen an meine Adresse?"). Wie Sie generell weniger Werbebriefe bekommen können und wie Sie einzelnen, bestimmten Unternehmen die Zusendung von Werbung untersagen können, finden Sie in der Rubrik „Tipps".
Der DDV bietet Verbrauchern seit mehr fast 40 Jahren die Aufnahme in die Robinsonliste an. In diese Liste kann sich jeder eintragen lassen, der keine adressierten Werbebriefe von Unternehmen erhalten möchte, bei denen er kein Kunde ist oder ausdrücklich der Zusendung zugestimmt hat. Wer bereits Kunde ist, zum Beispiel bei einem Versandhaus, erhält auch weiterhin alle wichtigen Informationen des Versenders. Allerdings wird sich die Zahl der Briefe von Unternehmen, die er bisher nicht kannte oder zu denen keine Kundenbeziehung besteht, deutlich verringern. Mehr Informationen finden Sie im Kapitel DDV-Robinsonliste.

